Made by Elena

  •  „Verlasse dein Kosmos“

  • sagte er zu mir anstatt Hallo, als ich ihn zum ersten mal sah

  • – „Wie kommen Sie darauf, dass ich ihn verlassen will, wo ich doch hier endlich angekommen bin?“ antwortete ich und wusste gleich – bei ihm werde ich ein paar Antworten finden…

  • – „Du musst dich zuerst auf Erden finden, erfahren, wer du bist…. was willst du?“ fragte er mich

  • – „Ich will in das schwarze Loch… ich sehne mich nach einem dunklen Raum…“

  • – „Sprichst du mit den Toten?“ fragte er selbstverständlich

  • “ Ja“ sagte ich und schon waren wir in der ersten Minute unserer Begegnung bei meiner wichtigsten Frage, die mich seit ein paar Monaten penetrant beschäftigte.

Bis ich diesen Mann fand, dem ich gerade gegenüber saß, war ich mir bereits im Klaren,

dass ich mich mit den Menschen anders unterhalte… Ich brauche nicht ihre Laute in Form von Sprache.. es sind überflüssige Frequenzen, meistens zu laute und die selten mit der wahren Essenz zutun haben. Es sind manche Menschen, die das Nötigste sagen und keine Eile haben. Das sind die, deren Energie konzentriert ist, sie sind fokussiert und dann ist das, was sie sagen voll treffend. Ich nenne sie „die Lebendigen“. Sie überschlagen mich mit ihrer Welle der Hingabe zur Bewegung, zum Erschaffen aus dem Nichts, aus ihrem Kosmos heraus, mit den eigenständigen Entscheidungen, Agieren, aus eigener Kraft, auf eigene „Rechnung“. Sie sind „weiß“ und „schwarz“.. warum auch immer.. und… sie sind lebendig…

Wenn ich in der Nähe solcher Menschen bin… Musik. Musik füllt meinen Kopf, direkt aus ihrem Kosmos zu meinem.., sie nimmt eine Form an und muss in die Welt raus. Wie ein Baby… – entstanden aus dem energischen austausch von zwei Menschen, im Bauch gereift und muss unaufhaltbar in die Welt raus. Und wenn mein „Baby“ die Welt erblickt, erkenne ich an den Tönen und Harmonien die Situation, die mich zum „Austragen“ inspiriert hat. Die Geburt meines Babys ist die größte Befriedigung und mein persönliches Glück.

Auch wenn ich es gelernt hatte, die gesammelten Energien aus den anderen Dimensionen, die mit dem menschlichen, rationalen Verstand schwer zu umschreiben sind, in Form von Musik los zu lassen,  bekam ich es seit Monaten mit Energien zutun, die ich so nicht kannte und die mir Angst machten. Auch die Sehnsucht nach dem dunklen Raum nahm an Intensität zu. Ich wusste, dass mein Wunsch aus der tiefsten Kindheit mich im Nachthimmel, dem Zuhause von der Wunsch- und Zeitlosigkeit, aufzulösen, unmittelbar mit meiner Sehnsucht nach dem dunklen Raum zutun hat. Und dennoch fragte ich mich – WAS, ZUM KUKUK WILL ICH DORT?

Das schwarze Loch, hier, auf Erden.. Ich wollte es unbedingt finden – in Form von Veranstaltungsort oder ich suchte den einfach in meinem Badezimmer. Das schwarze Loch im Badezimmer.. 😀 Dadrauf muss man erstmal kommen 😀 Das Badezimmer konnte ich nicht so abdichten, wie ich es in meiner idealen Vorstellung hatte und Veranstaltungsraum.. die Veranstalter schüttelten mit dem Kopf – sowas sei aus versicherungstechnischen Gründen absolut unmöglich und sowas gibt es auch nirgendwo. Wozu denn auch und für wen soll sowas bitte interessant sein. .. Sie verstanden mich nicht und ich verstand sie nicht.

  • – „Das schwarze Loch, wie du es nennst, ist eigentlich eine Höhle“ sagte der Mann mir gegenüber. “ Die gibt es in Tibet. Dorthin gehen Menschen und bleiben dort manchmal über Monate, um sich mit den Toten zu unterhalten. Solche Unterhaltungen mit den anderen Dimensionen sollte man sich nicht ungeschult einfach so hingeben, denn es kann nach hinten los gehen“  .  Und hier wusste ich auch schon, was er meint, denn ich suchte bereits intuitiv nach einem Meister, der mir hilft in diesem Irrsinn mich zurecht zu finden.. und deswegen sass ich diesem Mann gegenüber.

„Ich liebe sie… sag ihr, dass ich sie liebe“ Die Stimme meines verstorbenen Cousings, den ich kaum kannte, füllte meinen Kopf, als ich bei seiner traurigen Mutter saß. „Sag ihr doch ich liebe sie und das alles o.k. ist“ ich weigerte mich, bis seine Stimme mein ganzes Bewusstsein einnahm und versprach mir, mich mit ihrer Macht zu zerfetzen. „Er liebt dich und es ist alles o.k. . .. soll ich dir sagen“ sagte ich zu meiner Tante in Tränen aufgelöst, auf die Gefahr, dass sie mich für Nichtdicht hält und zeigte mit dem Finger, wo er gerade saß, bzw. wo ich ihn sah und sonst Niemand. Ich ging dorthin, setzte mich auf den Sessel und machte Bewegung nach, die er meiner Meinung nach gerade machte. Die Tante umarmte mich und sagte er saß so da, als er das letzte mal bei ihr war.

Es folgten Tage und meine Erfahrungen mit Energien außerhalb des erklärbaren wurden rasend immer intensiver. Bei mir zuhause nisteten sich immer mehr andere „Lebewesen“ ein und weckten mich Nachts auf. Ich hörte ihr Tun, ihre Schritte, ich gelang in die Räume, wo ich etwas sah, was mein Verstand an seine Grenzen brachte. Mein Verstand sagte mir – ich gleise ab und dennoch die Augen sahen und die Ohren hörten. Ich wusste, ich müsste diese Dimension verlassen, wusste nur nicht wie, denn ich wusste auch nicht, wie ich da rein kam. Ich kniff mich, machte das Licht an aus, schrie auf, entschied mich einfach schlafen zu gehen, denn von dort kam ich hier rein und so tat ich es auch. Ein paar Wochen später traf ich meine Tante draußen und erzählte ihr meine Vermutung unterscheiden zu können, dass ihr Sohn zwischen den anderen Besuchern bei mir noch paar mal war. Ich erzählte ihr von seiner Art sich mir mitzuteilen. Sie bestätigte..

  • – „Du hast zwei Möglichkeiten damit umzugehen“ sagte mir der Mann, bei dem ich nach Antworten suchte, „Du packst deine zwei Sachen, gehst nach Tibet und lässt dich von den Mönchen ausbilden. Oder. Du findest die Möglichkeit deinen Sinn auszuschalten, sonst wirst du das ausleben, was nach außen als Schizophrenie wirkt und so von den Menschen bezeichnet wird.“ … Es hat gesessen. Ich glaubte ihm. Auf die Mönche hatte ich keine Lust, also traf ich die Entscheidung in meinem Kosmos zu bleiben, wo es Zeit – und Wunschlos ist, wo ich nur die „Lebendigen“ rein lasse, die, die Visionen leben, die, die an das Leben wissen.

Im Gröbsten ist es mir auch so gelungen, nur die eine Frage beschäftigt mich – warum nochmal soll ich mein Kosmos verlassen? … Wie?… und vor Allem, um dann was genau zu tun?